Fünf Orte, ein Muster

Der Forscher Dan Buettner identifizierte fünf Regionen, in denen Menschen nicht nur länger, sondern auch gesünder alt werden: Sardinien (Italien), Okinawa (Japan), Nicoya (Costa Rica), Ikaria (Griechenland) und Loma Linda (Kalifornien). Er nannte sie Blue Zones.

Was diese Orte eint, ist nicht eine einzige Gewohnheit, sondern ein Bündel von Faktoren, die sich gegenseitig verstärken. Die Menschen dort essen überwiegend pflanzlich, bewegen sich täglich ohne Sport zu „machen", haben klare soziale Rollen und ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl.

Die neun Gemeinsamkeiten

Buettner destillierte die Erkenntnisse auf neun Prinzipien: natürliche Bewegung im Alltag, ein klares Lebensmotto (auf Okinawa „Ikigai" genannt), Stressabbau durch Rituale, moderate Kalorienzufuhr, überwiegend pflanzliche Ernährung, moderater Alkoholkonsum in Gemeinschaft, Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft, familiärer Zusammenhalt und ein stabiles soziales Netzwerk.

Besonders auffällig: In allen Blue Zones spielen enge soziale Bindungen eine zentrale Rolle. Die Okinawaner pflegen das Konzept der „Moai" – kleine, lebenslange Freundschaftsgruppen, die sich gegenseitig unterstützen. Einsamkeit, in westlichen Gesellschaften weit verbreitet, ist dort kaum bekannt.

Übertragbarkeit auf den Alltag

Nicht jeder kann nach Sardinien ziehen. Aber die Prinzipien der Blue Zones lassen sich übertragen: Spaziergänge statt Aufzug, gemeinsame Mahlzeiten statt Einzelessen, Hülsenfrüchte als Proteinquelle, und vor allem: in echte Gemeinschaft investieren. Die Forschung zeigt, dass diese Kombination kumulativ wirkt – kein einzelner Faktor allein erklärt das hohe Alter.