Was sind Telomere?
An den Enden jedes Chromosoms befinden sich Telomere – repetitive DNA-Sequenzen, die bei jeder Zellteilung ein Stück kürzer werden. Wenn sie einen kritischen Schwellenwert unterschreiten, hört die Zelle auf sich zu teilen oder stirbt ab. Dieser Mechanismus ist einer der grundlegenden Treiber des biologischen Alterns.
Das Enzym Telomerase kann Telomere verlängern, wird im Körper aber nur in bestimmten Zelltypen aktiv exprimiert. Krebszellen nutzen diesen Mechanismus, um unsterblich zu werden – was erklärt, warum eine einfache „Telomerase-Aktivierung" als Anti-Aging-Strategie erhebliche Risiken birgt.
Was Telomere kürzer macht
Chronischer Stress erhöht den Cortisolspiegel und beschleunigt nachweislich den Telomerabbau. Eine Studie an Müttern pflegebedürftiger Kinder zeigte: Wer sich dauerhaft gestresst fühlte, hatte Telomere, die biologisch zehn Jahre älter wirkten. Weitere Faktoren sind Rauchen, Schlafmangel, Übergewicht und Entzündungen.
Was Telomere schützt
Die gute Nachricht: Studien zeigen, dass regelmäßige aerobe Bewegung, mediterrane Ernährung, ausreichend Schlaf und Meditationspraxis die Telomerlänge stabilisieren – teilweise sogar verlängern können. Eine Langzeitstudie von Elizabeth Blackburn (Nobelpreis 2009) zeigte, dass ein dreistündiges Meditationsretreat pro Woche über drei Monate die Telomeraseaktivität um 30% steigerte.
Telomerlänge ist kein Schicksal, sondern ein dynamischer Wert, der auf Lebensstilfaktoren reagiert.