Ein Zufallsfund mit großer Wirkung
Rapamycin wurde 1972 auf der Osterinsel (Rapa Nui) entdeckt – ein Stoff, den ein Bodenbakterium produziert. Entwickelt als Immunsuppressivum für Organtransplantationen, zeigte es in Tierversuchen eine unerwartete Eigenschaft: Es verlängerte die Lebensspanne von Mäusen um bis zu 25%, selbst wenn es erst im mittleren Alter verabreicht wurde.
Wie wirkt es?
Rapamycin hemmt ein Enzym namens mTOR (mechanistic Target of Rapamycin). mTOR ist eine Art Schaltzentrale des Zellstoffwechsels: Wenn Nährstoffe reichlich vorhanden sind, schaltet mTOR auf Wachstum. Wenn mTOR gehemmt wird, aktiviert die Zelle stattdessen Autophagie und Reparaturmechanismen – ähnlich wie beim Fasten.
Risiken und aktueller Stand
Die klinische Forschung am Menschen steckt noch in frühen Phasen. Bekannte Nebenwirkungen bei höheren Dosen umfassen erhöhte Infektanfälligkeit, Wundheilungsstörungen und Stoffwechselveränderungen. Einige Longevity-Ärzte in den USA verschreiben es bereits „off-label" in niedrigen, intermittierenden Dosen – ein Experiment, das wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt ist.
Für die breite Bevölkerung ist Rapamycin noch keine empfohlene Intervention. Es bleibt aber eines der spannendsten Forschungsfelder der Alternsbiologie.