Mehr Mikroben als Körperzellen
Der menschliche Körper beherbergt schätzungsweise 38 Billionen Bakterien – mehr als er eigene Zellen hat. Diese Gemeinschaft, das Mikrobiom, ist kein passiver Mitbewohner: Sie produziert Vitamine, trainiert das Immunsystem, schützt die Darmschleimhaut und kommuniziert über die Darm-Hirn-Achse mit dem zentralen Nervensystem.
Was im Alter passiert
Mit zunehmendem Alter verändert sich das Mikrobiom: Die Diversität nimmt ab, entzündungsfördernde Bakterienarten nehmen zu, schützende Arten wie Bifidobakterien schwinden. Dieser Zustand chronischer niedriggradiger Entzündung, den Forscher „Inflammaging" nennen, ist mit fast allen Alterskrankheiten assoziiert – von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis Alzheimer.
Was das Mikrobiom unterstützt
Pflanzliche Vielfalt ist der stärkste bekannte Hebel: Wer wöchentlich mehr als 30 verschiedene Pflanzenarten isst, hat nachweislich ein diverseres, gesünderes Mikrobiom als Menschen mit unter 10 Arten. Fermentierte Lebensmittel (Joghurt, Kefir, Kimchi, Sauerkraut) erhöhen die Mikrobiom-Diversität direkt.
Antibiotika, chronischer Stress, Schlafmangel und stark verarbeitete Lebensmittel schädigen das Mikrobiom messbar. Präbiotische Ballaststoffe – in Zwiebeln, Knoblauch, Hafer und Hülsenfrüchten – füttern die nützlichen Bakterien und sind mindestens so wichtig wie Probiotika.